Deine Kohle nehm´ich nicht!

Die nicht erwünschte Zahlung einer Geldauflage

Strafverteidiger als geldgierige Biester nehmen Geld von jedem und in jeder Situation. Wie sagte mal ein Kollege: „Brutto, netto, egal. Auf die Hand will ich es haben.“

Etwas empfindlicher ist der Kinderschutzbund. Dieser möchte kein Geld von Herrn Edathy, dies sei ein falsches Signal.

„Der Kinderschutzbund Niedersachsen will die vom Landgericht Verden verhängte Geldauflage von Sebastian Edathy nun doch nicht annehmen. Die Entscheidung, das Kinderporno-Verfahren gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten für eine Zahlung von 5000 Euro einzustellen, sei ein „fatales Signal“, teilte der Verband in Hannover mit. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es möglich sei, sich von Vergehen gegen Kinder freikaufen zu können. Der Verband hat nach eigenen Angaben das Gericht bereits gebeten, einen neuen Empfänger für die Geldauflage zu bestimmen.“

(Quelle: www.welt.de)

Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes hatte erklärt, dass man das Geld nicht annehmen wolle. Das Gericht dürfte so etwas auch zum ersten Mal erleben. Normalerweise ist jeder Verein etc. froh, wenn das Gericht an ihn denkt.

„Ungeachtet der nun beschlossenen nachträglichen Ablehnung – am Montag hatte Schmidt zunächst erklärt, das Geld annehmen zu wollen – seien Spenden und Bußgelder aber weiterhin eine überaus wichtige Quelle für die Verbandsarbeit. Im Unterschied zu anderen Verfahren, die mit einer Verurteilung zu Ende gehen, sei das Geld bei Edathy keine Strafe und könne daher nicht angenommen werden. „Das ist ganz ungewöhnlich“, sagte eine Gerichtssprecherin. Ihr sei kein Fall bekannt, bei dem das Gericht je eine entsprechende Bitte eines Geldempfängers erhalten habe. Das Gericht werde nun zeitnah in Absprache mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung einen neuen gemeinnützigen Empfänger der Geldauflage bestimmen. Dabei werde erneut darauf geachtet, dass der Empfänger „sachbezogenen“ sei.“

(Quelle: www.welt.de)

SchmerzensgeldSpannendes zum Verfahren gegen Edathy und der erfolgten Einstellung haben bereits die Kollegen Hoenig, Laudon, Nebgen und Siebers geschrieben. Einen weiteren Beitrag dazu wollte ich der Welt ersparen.

Ich frage mich, ob bei einem weniger presseträchtigen Verfahren der Kinderschutzbund ebenfalls mitgeteilt hätte, dass man das Geld nicht annehmen wolle.

Den Kommentaren auf der Seite der „Welt“ ist zu entnehmen, dass diese Entscheidung begrüßt wird. Auch bei Facebook zollt man Respekt.

Dieser Beitrag wurde unter Strafrecht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten auf Deine Kohle nehm´ich nicht!

  1. RA Fuschi sagt:

    Da werden sich die bedürftigen Kinder aber freuen: „Ich frier jede Nacht, aber eine Decke, die von dem Geld gekauft wurde, will ich nicht“.

  2. Dierk sagt:

    Hach ja, Prinzipienreiter. Na, wenn’s schee macht.

  3. Briag sagt:

    So weit kommt’s noch, dass ich jetzt vorher beim Empfänger der Zahlungsauflage anfrage, ob er das Geld von dem überhaupt will. Wer nicht will, der hat offenbar schon. Und mir flattern täglich neue Aufkleber in’s Büro…

  4. PurpurBête sagt:

    „sachbezogen“????

    Also, ich war ja auch mal Kind … *dummdidumm*

  5. Würde das Schule machen und die Gerichte keine Geldauflagen mehr an Vereine zuwenden lassen, wärs sicher auch nicht recht.

  6. Rudolf Leo sagt:

    Auweia um was geht es hier eigentlich um das Kindeswohl, … oder einen eingeschnappten Verband der an das Kindeswohl, wie auch immer denkt. Ich sag nur eins, … peinlich, erkläre das jemand dem Kind, das heute nix bekommt, weil die da oben … nichts von jedem nehmen wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.