Ermittlungsverfahren gegen ehemalige SS-Aufseherin

Mit der Aufklärung eines möglichen NS-Verbrechens beschäftigt sich momentan die Hamburger Staatsanwaltschaft. Eine 93-jährige Frau wurde von einer Nachbarin „verraten“, sie soll an den Todesmärschen beteiligt gewesen sein. Die Welt berichtet über die Renterin.

„Jetzt, am Ende ihres Lebens, interessiert sich die Hamburger Staatsanwaltschaft für ihr Vorleben als KZ-Aufseherin. Nachdem der Lüneburger Hans-Jürgen Brennecke eine Strafanzeige gestellt hatte, in der auf ihre mögliche Teilnahme an einem Todesmarsch hinwies, eröffnete die zuständige Abteilung 73 (NS-Verbrechen) ein Ermittlungsverfahren gegen die Rentnerin. Auch die Ermittler dürften kaum auf eine Kooperation Michnias hoffen. Im Interview gab sie an, weder von Leichen noch von sonstigen Gräueltaten irgendetwas mitbekommen zu haben. „Ich habe nichts gemacht“, sagte sie dieser Zeitung.

Die Ermittler müssen nun versuchen, Michnias Weg in die SS und ihren Werdegang dort zu rekonstruieren. Die „Welt am Sonntag“ konnte Einsicht nehmen in persönliche Aufzeichnungen der Beschuldigten, Gerichtsunterlagen aus dem Belsen-Prozess und wissenschaftliche Studien zu den Todesmärschen. Diese Dokumente bilden den Grundstock der Akte Michnia, die die Staatsanwaltschaft derzeit zusammenstellt.

(Quelle: www.welt.de)

 

Der Staatsanwaltschaft Hamburg steht dort wohl einiges an Arbeit bevor. Ob es jemals zu einer Anklage oder gar Verurteilung kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Angesichts des Alters ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Dame während des laufenden Ermittlungsverfahrens verstirbt. Verhandlungsfähigkeit kann gegebenfalls auch ein Thema werden, wenn es zu einer Anklage kommen sollte.

Die Unschuldsvermutung gilt auch für vermeintliche NS-Verbrecher. Auch diese dürfen leugnen, lügen, schweigen.

„Habe ich nicht gewusst. Wir waren dumm. Man konnte nichts machen. Eine halbe Stunde lang dreht sich das Gespräch um Fragen von Schuld und Sühne, von schlechtem Gewissen, von Zweifeln. Aber es kommen nur Phrasen zurück, Floskeln, beredtes Schweigen, wie es seit 1945 millionenfach über den millionenfachen Mord ausgeschüttet wurde.“

(Quelle: www.abendblatt.de)

Ich weiß nicht, ob die Beschuldigte verteidigt ist, aber ich vermute nicht. Ein Strafverteidiger hätte vermutlich von Gesprächen mit der Presse abgeraten und die Dame entsprechend beraten.

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