Selbstjustiz aufm Kiez

Auf der Reeperbahn in Hamburg ist es offenbar zu einem Fall von Selbstjustiz gekommen. Fünf jugendliche Flüchtlinge sind auf dem Kiez zusammengeschlagen worden, weil sie Freier beklaut haben sollen. Täter sollen Kiez-Bosse sein, die zuvor die Tat der Polizei angekündigt haben sollen. Das Hamburger Abendblatt berichtet.

„Indirekt hatten die Kiez-Bosse die Polizei bereits gewarnt: Unterbindet diese Machenschaften, sonst kümmern wir uns darum, hatte es geheißen, erfuhr das Abendblatt. Am Wochenende platzte den Zuhältern der Kragen, und sie schickten ihre Handlanger los. In konzertierten Aktionen nahmen sich die Schläger die Jugendlichen vor. Wie brutal die Männer dabei vorgingen, zeigt ein Fall vom Sonntagmorgen, als gegen 2.30Uhr mehrere Männer einen 15-Jährigen auf der Reeperbahn in die Zange nahmen.“

(Quelle: www.abendblatt.de)

 

Die jungen Männer sind teilweise schwer verletzt worden, Lebensgefahr besteht nach Polizeiangaben jedoch bei keinem der angegriffenen Personen.

„Die Sozialbehörde zeigte sich von den Übergriffen entsetzt: „Die Brutalität ist schockierend“, sagte Sprecher Marcel Schweitzer. Alle fünf Jugendlichen sollen bereits unter der Obhut des Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND) stehen, erfuhr das Abendblatt, und in der Einrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge an der Feuerbergstraße untergebracht sein, einer von neun Stellen in Hamburg. Mehrere der Opfer sind erst vor Kurzem in Hamburg gestrandet. Teils ist die Altersfeststellung, mit der offiziell geklärt wird, ob sie noch minderjährig sind, noch gar nicht abgeschlossen.“

(Quelle: www.abendblatt.de)

 

In allen Fällen wird vom Landeskriminalamt ermittelt.

© twystydigi - Fotolia.com

© twystydigi – Fotolia.com

2012 war während einer Schießerei auf der Reeperbahn ein Mann zu Tode gekommen, seine Begleiterin wurde angeschossen. Es ist aber wohl friedlicher geworden und die wilden siebziger Jahre mit den schillernden  Kiezgrößen sind vorbei. Ein großer Teil meiner Akten spielt denoch auf dem Kiez. Schlägereien, Raub, Beleidigung und immer wieder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Es ist eben doch noch was los.

 

Dieser Beitrag wurde unter Strafrecht abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Selbstjustiz aufm Kiez

  1. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Der Rechtsradikale dem Salafisten, jetzt auch der Zuhälter dem Flüchtling.

    • Surfer sagt:

      Das ist aber eine arg verkürzte (verfälschende) Darstellung. Der Zuhälter hat etwas gegen Diebe, so wie jeder Einheimische. Und gegen Eingriffe in seinen Geschäftsbetrieb, so wie jeder Geschäftsmann.
      Bei der hohen Aktivität und Bereitschaft der Polizei zum Schutze der Bevölkerung bin ich den Zuhältern fast dankbar, ein Exempel statuiert zu haben: Es ist mMn deutlich besser (und den Ausländern/Flüchtlingen gegenüber fairer!), die Verursacher hart anzufassen, als ganze (Volks-) Gruppen zu kriminalisieren und auszugrenzen.
      Verkürzend könnte man also sagen: Die Zuhälter haben zum Erhalt bzw. Wiederherstellung des Friedens in D beigetragen, indem sie den Job der Polizei erledigt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.