Tausche Pflichtverteidigung gegen Fernseher

Das Buch des Journalisten Joachim Wagner mit schmissigen Titel „Vorsicht Rechtsanwalt“ ist schon diversen juristischen Blogs einen Artikel wert gewesen, siehe hier und hier. Nun berichtet sogar das Hamburger Abendblatt über das Werk und die katastrophalen Zustände in der Anwaltschaft. Gerade im Strafrecht soll es besonders übel zugehen.

„Da werde rüde um Mandatsverhältnisse gekämpft – etwa indem sich Anwälte bei U-Häftlingen anbiedern und aus Gefälligkeit Kassiber oder Handys ins Gefängnis schmuggelten. „Mittlerweile verlangen U-Häftlinge von Anwälten einen Fernseher, damit sie ihn als Pflichtverteidiger wählen.“

(Quelle:www.abendblatt.de)

Die Anzahl der Kollegen, die wegen eines Mandats den Entzug ihrer Zulassung riskieren, dürfte nicht besonders hoch sein. Bei den meisten mir bekannten Kollegen sind Pflichtverteidigungen mit Mandanten in Haft nicht besonders begehrt. Sie sind zeitaufwendig und anstrengend und dafür dann wenigstens schlecht bezahlt. Wenn ich in solchen Verfahren meinen Verdienst pro Stunde ausrechne, dann fange ich an zu weinen. Übrigens habe ich nicht mal einen Fernseher, das könnte auch schon ein Problem werden. Bücherpakete könnte ich anbieten, vielleicht sind die aber gar nicht so wahnsinnig begehrt.

Strafverteidiger tun aber auch noch andere schlimme Dinge:

„Über die Recherchen zu „Richter ohne Gesetz“ ist Wagner zum neuen Werk gekommen. Er sei auf Fälle gestoßen, in denen Strafverteidiger islamischen Familien geholfen hätten, die Justiz auszutricksen. Um dann, fernab geltenden Rechts, „islamisches Recht“ umzusetzen. „Das hat mich maßlos empört“, sagt er, „wie hier mithilfe der Anwälte der Strafanspruch des Staates unterlaufen worden ist.“

(Quelle: www.abendblatt.de)

Ist es nicht irgendwie Aufgabe des Strafverteidigers, den „Strafanspruch des Staates“ möglichst nicht zum Tragen kommen zu lassen? Sei es drum. Anwälte sind – mal wieder – nicht so wohlgelitten. Neben unseriös sind sie vor allem eins, geldgierig.

HonorarZum Glück kommen aber auch die Richter zumindest bei Norbert Blüm nicht gut weg, siehe bei Strafakte. Allerdings kommt Norbert Blümchen auch nicht gut weg.

Immerhin ein kleiner Trost am Abend.

 

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