Vergewaltigung im Stadtpark war erfunden

Hier habe ich vor einigen Tagen über eine angebliche Vergewaltigung quasi vor meiner Haustür, im Stadtpark in Hamburg, gebloggt. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass das junge Mädchen die Tat erfunden hat. Beim Lesen der Zeitungsmeldung hatte ich schon Zweifel, ob es eine solche wirklich Tat gegeben hat. Von unbekanntem Täter überfallen, das passiert selten. Meist besteht zwischen dem Opfer und dem Täter eine Art der Beziehung, der aus dem Busch springende Vergewaltiger ist eine absolute Seltenheit.

„Die Polizei hatte noch in der Tatnacht am vermeintlichen Tatort umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen betrieben und diese in den Morgenstunden fortgesetzt. Die Auswertung von Videomaterial führte dann zu Widersprüchen zu den Angaben der 15-Jährigen. Darauf angesprochen, räumte das Mädchen ein, eine Vergewaltigung habe nicht stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg prüft, ob ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet wird.“

(Quelle: www.mopo.de)

Glücklicherweise ist kein Unschuldiger hier in Untersuchungshaft gelandet, was durchaus hätte passieren können. Ein vermeintlicher Täter zur falschen Zeit am falschen Ort; ein vermeintliches Opfer, das die Geschichte meint aufrecht erhalten zu müssen. Einige Zeit in der Untersuchungshaftanstalt ist durchaus drin.

ZeugeMomentan habe ich eine Handvoll Mandanten, die mir sagen, dass die Beschuldigungen gegen sie erfunden sein. Es geht um sexuellen Missbrauch, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung. Wer erfindet solche Taten, sagen juristische Laien dann gern. In der Kanzlei denke ich bei jeder Erzählung von Mandanten: „Was wäre, wenn die Geschichte stimmen würde?“

Vielleicht ist eine Vergewaltigung wirklich mal erfunden. Außer dem Strafverteidiger glaubt es keiner.

 

 

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